Kaiser Vitellius – Aufstieg zur Macht in Köln


Der römische Kaiser Vitellius gehört zu den schillerndsten und zugleich umstrittensten Gestalten der römischen Geschichte. Sein Aufstieg zur Macht ist eng mit dem Rheinland verbunden – und führte direkt über die Colonia Claudia Ara Agrippinensium, das römische Köln.

Vitellius wurde im Jahr 15 n. Chr. geboren und entstammte einer einflussreichen senatorischen Familie. Seine eigentliche Karriere nahm jedoch erst unter Kaiser Galba Fahrt auf, der ihn Ende des Jahres 68 n. Chr. zum Statthalter der Provinz Germania inferior ernannte. In dieser Funktion hielt sich Vitellius im Raum Köln auf, das als zentraler Verwaltungsort der Provinz diente.

Zu dieser Zeit befand sich das Römische Reich in einer tiefen Krise. Nach dem Tod Neros im Jahr 68 n. Chr. brach das sogenannte Vierkaiserjahr aus – ein blutiger Machtkampf um die Herrschaft im Imperium. Galba, der zunächst die Macht übernommen hatte, verlor rasch die Unterstützung weiter Teile des Militärs.

Am Rhein entschieden schließlich die Legionen über den weiteren Verlauf der Geschichte. Anfang des Jahres 69 n. Chr. erhoben die Truppen der germanischen Provinzen Vitellius zum Kaiser. Köln spielte dabei eine zentrale Rolle: Hier befand sich der Verwaltungssitz, hier wurden Entscheidungen vorbereitet, und von hier aus setzte sich die Bewegung in Richtung Italien in Gang.

Vitellius selbst zog nicht sofort an die Spitze der Truppen, sondern ließ seine Generäle den Vormarsch führen. Diese besiegten die Anhänger des inzwischen zum Kaiser ausgerufenen Otho in der entscheidenden Schlacht bei Bedriacum. Nach diesem Sieg wurde Vitellius im Frühjahr 69 n. Chr. allgemein als Kaiser anerkannt und zog in Rom ein.

Seine Herrschaft währte jedoch nur kurz. Noch im selben Jahr erhob sich im Osten ein neuer Gegenkaiser: Vespasian. Dessen Truppen marschierten nach Italien, besiegten die Anhänger des Vitellius und nahmen schließlich Rom ein.

Im Dezember 69 n. Chr. wurde Vitellius in Rom gefangen genommen und getötet. Damit endete seine nur wenige Monate dauernde Herrschaft gewaltsam.

Vitellius’ Aufstieg zeigt eindrücklich, welche Bedeutung die Rheinprovinzen und damit auch Köln im Machtgefüge des Römischen Reiches hatten. Nicht in Rom, sondern hier, an der Grenze, entschieden die Legionen, wer Kaiser wurde – und wer nicht.

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