Konrad von Hochstaden: Herkunft, Elternhaus und Geschwister
Konrad von Hochstaden, geboren um 1200–1205, entstammte der einflussreichen Familie Are-Hochstaden, einer Seitenlinie der Grafen von Are am Niederrhein. Sein Vater war Lothar I. von Are-Hochstaden († 1217/1222), seine Mutter Mathilde (Mechthild) von Vianden, Tochter des Grafen Gottfried von Vianden. Über beide Elternteile war Konrad in ein weitverzweigtes Adelsnetz eingebunden, das ihn sowohl mit dem niederrheinischen als auch mit dem luxemburgisch-moselländischen Adel verband.
Nach dem Tod ihres ersten Mannes heiratete Mathilde von Vianden ein zweites Mal, nämlich Graf Adolf von Montaigu. Diese Ehe verstärkte die Vernetzung der Familie in den Westen des Reichs und schuf zusätzliche verwandtschaftliche Bindungen, die für Konrads politisches Umfeld von Bedeutung waren.
Geschwister
Die Geschwisterreihe Konrads ist nur teilweise gesichert, aber mehrere Namen sind überliefert:
Lothar II., der ältere Bruder, führte nach dem Tod des Vaters die Grafschaft Hochstaden. Er starb 1243. Sein Sohn Theoderich, der die Linie hätte fortführen sollen, verstarb schon 1246. Mit diesem frühen Tod erlosch die männliche Linie der Familie, was den Weg für die Eingliederung der Grafschaft in das Erzstift Köln frei machte.
Friedrich von Hochstaden, ein jüngerer Bruder, machte kirchliche Karriere. Er war Propst von St. Maria ad Gradus in Köln, später Propst in Xanten. Dort legte er 1263 den Grundstein für die gotische Stiftskirche St. Viktor und blieb bis in die 1260er Jahre aktiv.
Margarete von Hochstaden, eine Schwester Konrads, heiratete Graf Adolf VII. von Berg. Diese Ehe hatte nicht nur familiäre, sondern auch strategisch-politische Bedeutung, weil sie das Bündnis zwischen dem Erzstift Köln und der Grafschaft Berg festigte.
Darüber hinaus lassen Urkunden erkennen, dass es mindestens zwei weitere Schwestern gab. Sie erhielten im Zuge der Besitzübertragungen der Familie Abfindungen von je 500 Mark. Ihre Namen sind jedoch nicht überliefert.
Geburtsjahr
Ein genaues Geburtsjahr Konrads ist nicht bekannt. Die Forschung schwankt zwischen „um 1200“ (Portal Rheinische Geschichte) und „um 1205“ (Neue Deutsche Biographie). Die zweite Datierung gilt als die gebräuchlichere, da sie besser mit den frühen Erwähnungen Konrads in kirchlichen Ämtern vereinbar ist.
Genealogischer Kontext
Die Familie Are-Hochstaden hatte bereits vor Konrad enge Verbindungen zur Kirche: Ein Verwandter, Lothar von Hochstaden († 1194), war Bischof von Lüttich. Mit dem Tod von Konrads Neffen Theoderich 1246 fiel die Grafschaft Hochstaden schließlich an das Erzstift Köln. Damit wurde der territoriale Grundstein für Konrads spätere Politik als Erzbischof gelegt: Er nutzte den familiären Erbfall, um die Machtbasis des Erzstifts im Rheinland nachhaltig zu stärken.
Fazit
Konrad von Hochstaden stammte aus einer der bedeutendsten Adelsfamilien des Rheinlandes. Seine Einbindung in ein weitgespanntes Verwandtschaftsnetz, verstärkt durch die zweite Ehe seiner Mutter, erklärt seinen politischen Aufstieg. Als Erzbischof von Köln (1238–1261) verband er die geistliche Würde mit der territorialen Machtstellung seiner Familie – und führte die Grafschaft Hochstaden endgültig unter kölnische Herrschaft.

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