Der römische Kaiser Trajan gehört zu den bedeutendsten Herrschern des Imperium Romanum – und seine Geschichte ist unmittelbar mit Köln verbunden. Denn als er im Januar 98 n. Chr. die Nachricht vom Tod des Kaisers Nerva erhielt, befand er sich nicht in Rom, sondern in der Colonia Claudia Ara Agrippinensium, dem römischen Köln.
Trajan wurde am 18. September 53 n. Chr. in Italica in der Provinz Hispania geboren und schlug früh eine militärische Laufbahn ein. Unter Kaiser Domitian diente er bereits als Offizier, bevor ihn Nerva im Jahr 97 n. Chr. adoptierte und zu seinem Nachfolger bestimmte. Zu dieser Zeit war Trajan bereits im Rheinland stationiert, wo er als Oberbefehlshaber die Truppen in Germania superior führte – einer der wichtigsten Grenzprovinzen des Reiches.
Als Nerva am 27. Januar 98 n. Chr. starb, erreichte Trajan die Nachricht in Köln. Dort wurde er von seinem Umfeld und den Truppen als neuer Kaiser anerkannt. Erst danach brach er in Richtung Rom auf. Dass die Machtübernahme eines Kaisers in einer Provinzstadt am Rhein begann, zeigt, wie zentral das Militär für die Stabilität des römischen Reiches war.
Köln spielte dabei eine wichtige Rolle. Als Colonia war die Stadt ein bedeutendes Verwaltungszentrum und eng mit der römischen Militärstruktur verbunden. In ihrer Umgebung lagen wichtige Legionsstandorte, und der Rhein bildete eine der sensibelsten Grenzen des Imperiums.
Trajans Regierungszeit (98–117 n. Chr.) gilt als Höhepunkt römischer Macht. In einem knappen Überblick: Er führte erfolgreiche Feldzüge gegen die Daker (im heutigen Rumänien) und später gegen das Partherreich. Unter ihm erreichte das Römische Reich seine größte territoriale Ausdehnung. Gleichzeitig ließ er umfangreiche Bauprojekte durchführen, darunter Foren, Straßen und Hafenanlagen, die die Infrastruktur des Reiches nachhaltig stärkten.
Trajan starb am 8. August 117 n. Chr. in Selinus in Kilikien (heute Türkei) auf dem Rückweg von seinem Partherfeldzug.
Sein Aufstieg zeigt eindrucksvoll, dass die Entscheidung über die Herrschaft im Römischen Reich nicht nur in Rom fiel. In Köln – fern der Hauptstadt – wurde im Jahr 98 n. Chr. die Grundlage für eine der erfolgreichsten Kaiserherrschaften der römischen Geschichte gelegt.
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