Bartolomé de Las Casas wurde 1484 in Sevilla geboren. Diese Angabe ist durch eigene Schriften sowie frühe dominikanische Überlieferungen belegt. Sein Vater Pedro de Las Casas nahm 1493 an der zweiten Reise Christoph Kolumbus’ teil, was in zeitgenössischen Berichten überliefert ist. Bartolomé de Las Casas studierte kanonisches Recht an der Universität Salamanca; ein formaler akademischer Abschluss ist quellenmäßig jedoch nicht gesichert.
Im Jahr 1502 reiste Las Casas erstmals nach Hispaniola. Diese Datierung beruht auf seinen eigenen Angaben. Dort erhielt er eine Encomienda, also das im spanischen Kolonialsystem übliche Recht, indigene Arbeitskraft in Anspruch zu nehmen. 1510 wurde er auf Hispaniola zum Priester geweiht; die Weihe ist durch kirchliche Dokumente und zeitnahe Berichte belegt.
Einen grundlegenden Wendepunkt beschreibt Las Casas selbst für das Jahr 1514, als er öffentlich auf seine Encomienda verzichtete. Als Gründe nennt er die Predigt des Dominikaners Antonio de Montesinos von 1511 sowie die Lektüre von Sirach 34,21–22. Diese Motivation ist ausschließlich als Selbstzeugnis überliefert und nicht unabhängig belegt. 1522 trat Las Casas in den Dominikanerorden ein; dieser Schritt ist durch Ordensakten gesichert.
In den folgenden Jahrzehnten verfasste Las Casas zahlreiche Schriften zur Lage der indigenen Bevölkerung Amerikas. Zu den wichtigsten zählen die „Brevísima relación de la destrucción de las Indias“, verfasst 1542 und 1552 in Sevilla gedruckt, die „Historia de las Indias“, an der er etwa von 1527 bis 1561 arbeitete und die erst 1875–1876 vollständig veröffentlicht wurde, sowie die „Apologética historia sumaria“, deren Abfassung ab etwa 1527 belegt ist. Die Entstehungs- und Druckdaten dieser Werke sind editorisch gesichert. Las Casas stützt sich darin nachweislich auf eigene Beobachtungen, Augenzeugenberichte und amtliche Dokumente; einzelne Zahlenangaben lassen sich aufgrund der Quellenlage des 16. Jahrhunderts nicht vollständig unabhängig überprüfen, was in der Forschung ausdrücklich festgestellt wird.
Las Casas wirkte mehrfach als Berater der spanischen Krone, unter anderem unter Kaiser Karl V. Seine Mitwirkung an den Beratungen, die zu den sogenannten Leyes Nuevas von 1542 führten, ist durch Akten des Consejo de Indias belegt. 1544 wurde er zum Bischof von Chiapas ernannt; sowohl Ernennung als auch Amtsausübung sind kirchlich dokumentiert. 1547 legte er das Bischofsamt nieder und kehrte nach Spanien zurück.
Zwischen 1550 und 1551 nahm Las Casas an der sogenannten Valladolid-Debatte teil, einem formellen Disput über die Rechtmäßigkeit der spanischen Herrschaft und Kriegsführung gegenüber den indigenen Bevölkerungen Amerikas. Die Existenz und der Verlauf dieser Debatte sind durch Protokolle, Gutachten und zeitnahe Berichte belegt. Ein offizielles Urteil oder ein erklärter Sieger ist quellenmäßig nicht nachweisbar.
Bartolomé de las Casas starb am 18. Juli 1566 in Madrid.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen