1. Zeitrahmen: 1112
2. Erzbischof: Friedrich I. von Schwarzenburg
3. Worum ging es?
Bewaffnete Erhebung, Vertreibung des Erzbischofs.
4. Position des Erzbischofs:
Rückgewinnung der Stadtherrschaft mit Gewalt.
5. Position der Stadt Köln:
Durchsetzung politischer Selbstbehauptung trotz Repression.
Im Jahr 1112 kam es in Köln zu einem schweren innerstädtischen Aufstand gegen den amtierenden Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg. Das Ereignis ist in mehreren zeitnahen erzählenden Quellen überliefert und stellt eine der gewaltsamsten Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Erzbischof im 12. Jahrhundert dar.
Die Quellen machen deutlich, dass dem Aufstand eine Phase erheblicher Spannungen vorausging. Friedrich I. hatte nach seiner Einsetzung als Erzbischof seine Herrschaft in Köln mit Nachdruck ausgeübt. Zeitgenössische Berichte verweisen auf harte Maßnahmen gegen Einwohner der Stadt sowie auf die konsequente Durchsetzung erzbischöflicher Rechte. Die konkrete Abfolge einzelner Konflikte vor 1112 ist in den Quellen nicht detailliert ausgeführt; sie zeigen jedoch übereinstimmend, dass sich in der Stadt erheblicher Widerstand gegen die erzbischöfliche Herrschaft aufgebaut hatte.
Im Jahr 1112 eskalierte diese Situation offen. Nach der Darstellung der Annales Colonienses erhob sich die Bürgerschaft Kölns bewaffnet gegen den Erzbischof. Die Erhebung nahm ein solches Ausmaß an, dass Friedrich I. gezwungen war, die Stadt zu verlassen. Die Quellen berichten von schweren Unruhen und gewaltsamen Auseinandersetzungen innerhalb Kölns. Der Aufstand richtete sich unmittelbar gegen die Person des Erzbischofs und gegen die Ausübung seiner Herrschaftsrechte in der Stadt.
Der Zustand erzbischöflicher Ordnung war damit vorübergehend aufgehoben. Eine dauerhafte städtische Selbstverwaltung ist für diese Phase jedoch nicht belegt. Die Quellen beschreiben vielmehr eine Phase gewaltsamer Unsicherheit, nicht die Etablierung neuer institutioneller Strukturen. Friedrich I. hielt sich außerhalb Kölns auf und bereitete seine Rückkehr vor.
Noch im selben Jahr kehrte der Erzbischof mit militärischer Unterstützung zurück. Die erzählenden Quellen berichten übereinstimmend, dass er die Stadt wieder unterwarf und seine Herrschaft mit großer Härte durchsetzte. Zahlreiche Beteiligte des Aufstands wurden hingerichtet oder bestraft, Besitz wurde eingezogen, und die erzbischöfliche Gewalt in Köln wurde erneut hergestellt. Die Quellen heben besonders die Schwere der Strafmaßnahmen hervor, ohne jedoch vollständige Zahlen oder Namen zu überliefern.
Mit der Niederschlagung des Aufstands endete die offene Auseinandersetzung. Friedrich I. behauptete seine Stellung als Stadtherr, und die erzbischöfliche Ordnung wurde wiederhergestellt. Der Große Stadtaufstand von 1112 ist damit als klar belegtes historisches Ereignis greifbar, das sowohl den Umfang des städtischen Widerstands als auch die Durchsetzungsfähigkeit erzbischöflicher Gewalt im frühen 12. Jahrhundert dokumentiert.
Teil 1 Teil 3

Kommentare
Kommentar veröffentlichen