Von der Weihe bis 1243.
Nach seiner Weihe im Jahr 1239 trat Konrad von Hochstaden sein Amt in einer Phase an, in der die Spannungen zwischen Papst Gregor IX. und Kaiser Friedrich II. den politischen Raum bestimmten. Konrad zögerte nicht, Position zu beziehen: Er stellte sich entschlossen auf die Seite des Papstes und machte Köln zu einem wichtigen Zentrum der antistaufischen Partei im Reich.
Bereits 1239 wird er in den Kölner Annalen als aktiver Teilnehmer der oppositionellen Treffen gegen den Kaiser genannt. Seine frühen Urkunden zeigen, wie er die Bindung der Kölner Kirche an Rom unterstrich und seine Treue zum Papsttum betonte. Damit grenzte er sich bewusst von denjenigen Reichsfürsten ab, die noch eine vermittelnde Haltung suchten.
Gleichzeitig widmete er sich der Festigung seiner landesherrlichen Stellung. Er griff in regionale Konflikte mit benachbarten Grafen ein, etwa mit den Häusern Sayn und Jülich, und förderte den Ausbau von Burgen und Befestigungen im Erzstift. Köln selbst sicherte er stärker gegenüber kaiserlichen Einflüssen, sodass die Stadt zunehmend zum Stützpunkt der papsttreuen Partei wurde.
In den Reichsversammlungen der frühen 1240er Jahre trat Konrad als einer der Wortführer des Papstlagers hervor. Die Chronica regia Coloniensis hebt seine Präsenz und seine Rolle im Fürstenrat hervor. Dabei bemühte er sich, nicht nur im eigenen Territorium, sondern auch im Reichsverband als einflussreicher Gegenspieler Friedrichs II. sichtbar zu werden.
Die Jahre 1242 und 1243 markieren eine neue Phase. Konrad beteiligte sich an den Bündnissen der Papstanhänger und trat als Mitunterzeichner antistaufischer Abmachungen auf. Zugleich intensivierte er die Kontakte nach Frankreich, wo er Unterstützung für die Politik Roms suchte. Damit half er, die antikaiserliche Front über das Reich hinaus zu vernetzen. Köln entwickelte sich so zu einem Dreh- und Angelpunkt der päpstlichen Partei nördlich der Alpen.
Bis 1243 hatte Konrad sein Amt konsolidiert: Er sicherte sein Erzstift territorial, stellte seine Kirche fest an die Seite des Papstes und profilierte sich im Reich als führender Gegner des Kaisers. Diese Jahre bildeten das Fundament für seine spätere, noch größere Bedeutung im Interregnum, als er zu einem der mächtigsten Fürsten im Reich aufsteigen sollte.
Teil 6 Teil 8

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