Konrad von Hochstaden - Eine Biographie. (Teil 3)


Die Knabenjahre Konrads von Hochstaden (7–14 Jahre)

Um sein siebtes Lebensjahr erlebte Konrad von Hochstaden einen entscheidenden Einschnitt. Bis dahin war er in der Obhut von Amme und Dienerinnen großgeworden, umgeben von Fürsorge, Geschichten und Gebeten. Nun aber wurde er, wie es der Brauch im Hochadel verlangte, den Frauen entzogen und in die Obhut der Männer übergeben. Dieser Übergang war mehr als nur ein praktischer Schritt – er markierte den Eintritt in eine neue Lebensphase, die ihn vom Kind zum jungen Adeligen formte.

Von nun an bestimmte die ritterliche Ausbildung seinen Alltag. Er lernte, auf dem Rücken eines Pferdes Haltung zu bewahren, zunächst auf kleinen Tieren, später auf den kräftigen Rössern, die für die Jagd oder gar für den Kampf bestimmt waren. Mit Holzschwertern und Schilden übte er sich im Waffenspiel, rang mit Gleichaltrigen und nahm an Spielen teil, die bereits den Ernst des späteren Ritterlebens andeuteten. Die Jagd wurde zu einem weiteren wichtigen Feld seiner Erziehung. Sie führte ihn hinaus in Wälder und Fluren, ließ ihn mit Hunden und Falken Beute stellen und schärfte seine Sinne für Ausdauer, Geduld und taktisches Geschick.

Doch nicht nur Körper und Mut wurden geformt. Ein Knabe wie Konrad musste auch die höfische Kultur erlernen, die seinem Stand entsprach. Bei Mahlzeiten wurde er in Zucht und Tischsitten unterwiesen, lernte, mit Respekt zu sprechen und sich vor Höhergestellten zu verneigen, ohne die Würde seines eigenen Ranges zu verlieren. Er hörte Lieder von Helden und Heiligen, Minnesang und Erzählungen von großen Rittern, die das Ideal seines Standes verkörperten.

Gleichzeitig stand über dieser ritterlichen Ausbildung die geistliche Prägung, die für seine Zukunft entscheidend war. Kleriker unterrichteten ihn im Latein, führten ihn in Psalmen und Gebete ein und machten ihn mit den Grundlagen der Schrift vertraut. Jeden Tag verband er so zwei Welten: Am Morgen konnte er an den Gebeten der Kapelle teilnehmen, am Nachmittag auf dem Übungsplatz die Waffe schwingen.

Diese Jahre zwischen sieben und vierzehn gaben Konrad jene doppelte Prägung, die für viele hochadelige Kleriker typisch war. Er wuchs heran als Knabe, der die Härte und die Tugenden der Ritterkultur ebenso verinnerlichte wie die Disziplin und das Wissen, die ihn in die Kirche führen sollten. Mit dem Erreichen des Jünglingsalters war er damit zugleich auf die Welt des Hofes vorbereitet und auf eine geistliche Laufbahn, die ihn schon bald in das Kölner Domkapitel führen sollte.
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